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Schwindel und Tinnitus bei funktioneller Kopfgelenksstörung

Wir wissen heute, daß der Kopfgelenksbereich, der Bereich zwischen Hinterhaupt und Halswirbelsäule, eine "Sonderstellung" einnimmt, und daß die funktionelle Kopfgelenksstörung Ursache für drei Beschwerdegruppen im HNO-Fachgebiet sein kann:

1. Für otoneurologische Störungen, vor allem Schwindel und Nystagmus, aber auch Schwerhörigkeit und Tinnitus,

2. Für verschiedene Schmerzsyndrome und für Funktionsstörungen der vorderen Halsmuskulatur mit Kloßgefühl,

3. Schluckbeschwerden und Stimmstörungen;

Jede dieser drei Beschwerdegruppen kann bei einer funktionellen Kopfgelenksstörung allein oder kombiniert mit einer oder beiden anderen Beschwerdegruppen manifest werden; wir kennen aber durchaus auch Fälle von funktionellen Kopfgelenksstörungen, die außer einer - vielfach subjektiv noch unmerklichen – Beweglichkeitsstörung keinerlei Symptomatik im HNO-Bereich zur Folge haben. Warum die klinische Manifestation der funktionellen Kopfgelenksstörung sich derart unterschiedlich ausprägt, wissen wir nicht.

Das Gesagte ist übrigens der Grund, warum ich die Zusatzbezeichnung der Chirotherapie erworben habe. Erst mit dieser Ausbildung ist es mir möglich geworden, funktionelle Kopfgelenkstörungen zu diagnostizieren und sie ggf., falls es sich um eine isolierte Halswirbelsäulenproblematik handelt, auch selbst zu therapieren.

In empirischen Arbeiten haben Chirotherapeuten immer wieder auf Schwindel und Nystagmus als Folge von Funktionen der Halswirbelsäule (HWS) und insbesondere der Kopfgelenke hingewiesen; bei der Abgrenzung gegen andere Schwindel- und Nystagmus-Formen hatten die Chirotherapeuten aus den Fachgruppen Allgemeinmedizin, Neurologie, Orthopädie usw. oft Schwierigkeiten mangels theoretischer und technisch-diagnostischer Vorbedingungen. Zugleich war in der HNO-Heilkunde trotz ihrer fachgebundenen intensiven Beschäftigung mit dem Schwindel eine funktionelle Störung der Kopfgelenke als mögliche Ursache von Schwindel und Nystagmus lange Zeit nicht zur Kenntnis genommen oder auch abgelehnt und die ältere Auffassung für allein relevant angesehen worden, die eine pathomorphologische Störung der HWS voraussetzte. Erst nachdem durch Tierexperimentelle und klinische Arbeiten von verschiedenen Autoren nachgewiesen worden war, daß Signale aus Rezeptoren in den Gelenkkapseln, Bändern und Muskeln des Nackens auf die Gleichgewichtsregulation im Hirnstamm direkt einwirkten, beginnt sich auch in der HNO-Heilkunde die Erkenntnis durchzusetzen, daß das Rezeptorenfeld "im Nacken" ein zusätzliches Sinnesorgan der Gleichgewichtsregulation darstellt und daß eine rein funktionelle Störung in diesem Rezeptorenfeld Fehlmeldungen als wesentlichste Ursache für die halsbedingten Gleichgewichtsstörungen hervorrufen kann.